Museum of London

Museum of London (and Docklands)

Wer die britische Hauptstadt liebt, kommt um einen Besuch des Museum of London gar nicht herum. Das relativ junge Museum befindet sich in der Betonwüste des Barbican Centre und umfasst ein Stück der noch vorhandenen römischen Stadtmauer von London. Allerdings sind die Tage dieser Location gezählt: Ab 2021 soll das Museum in die Hallen des nahen Smithfield Market umziehen, wo mehr Platz zur Verfügung steht.

Von Londinium bis heute

Das Museum umfasst neun Galerien, die einen Spaziergang durch die Geschichte von London ermöglichen. Die erste Galerie greift die Vorgeschichte Londons bis zur Ankunft der Römer auf. Denen ist die zweite Galerie gewidmet. Hier ist u.a. das Bucklersbury-Mosaik aus dem Jahr 250 zu sehen und Fundstücke des Mithras-Tempels. Weiter geht es durch das mittelalterliche London bis zum „Great Fire of London“ 1666, das eine Zäsur in der Geschichte der Hauptstadt darstellte. Mit der wachsenden Stadt des georgianischen und des viktorianischen Londons geht es weiter bis ins 20. Jahrhundert und den 2.Weltkrieg. Als neues Prunkstück hat die außergewöhnliche Schale des olympischen Feuers von 2012 eine neue Heimat gefunden.

Ob Schmuckstücke, Bilder, Kleidung oder Waffen – über 2000 Jahre Stadtgeschichte werden in den schön gestalteten Galerien lebendig. Der „Victorian Walk“ ermöglicht einen kleinen Spaziergang durch eine Art viktorianische Ladenstraße und ein Nachbau der „Vauxhall Pleasure Gardens“ erinnern an die Regency-Epoche von Jane Austen. Ein weiteres Highlight der Kollektion ist der größte Teil der sogenannten Cheapside Hoard, eine Holzkiste mit Juwelen aus dem 16. und 17.Jahrhundert, die Arbeiter 1912 zufällig bei Bauarbeiten in der Straße Cheapside entdeckten. Diese war zu früheren Zeiten als Goldsmith’s Row, als Straße der Goldschmiede bekannt. Die Gebäude wurden im großen Feuer 1666 zerstört und die Kiste verschwand.

Der Besuch des Museums

Der Eintritt in das beeindruckende Museum ist wie in den meisten großen Museen Londons kostenlos. Der einfachste Weg es zu finden, ist von der U-Bahn-Station St. Paul’s (was den Vorteil hat, dass die berühmte Kathedrale gleich in einem mit besichtigt werden kann). Mit der Kathedrale im Rücken geht es dann die Straße Cheapside hinauf, die kurz darauf erst St. Martin’s-le-Grand heißt und dann Aldersgate Street. Macht aber nichts, denn die kurze Straße läuft auf einen Kreisverkehr zu, über dem das Museum of London (samt Schriftzug) schon deutlich sichtbar ist.

Das Museum of London Docklands

West India Quay / Museum of London Docklands

Die Lagerhäuser am West India Quay und das Museum (eigenes Bild)

Eine viel zu selten beachtete Zweigstelle, das Museum of London Docklands, befindet sich in den ehemaligen Docklands von London, die in den 80er und 90er Jahren zum neuen ultramodernen Bankenviertel rund um den Canary Wharf-Wolkenkratzer wurden. Nur noch zwei der alten Lagerhäuser an den West India Quays blieben erhalten – der Rest wurde schon im zweiten Weltkrieg von der deutschen Luftwaffe geplättet. In einem der beiden Lagerhäuser ist nun eben dieses Museum zu finden, das die Entwicklung der Docklands ausführlich zeigt.

Mit dem aufkommenden Seehandel mit dem Kolonien im 16. und 17. Jahrhundert brachten immer mehr Segelschaffe kostbares Cargo nach London, doch oft genug wurde von den in der Thema ankernden Schiffen geklaut was nicht niet- und nagelfest war. Also wurden in der Isle of Dogs, der markanten Halbinsel östlich von London, gesicherte Anlagen ausgegraben – die West India Quays (wo Schiffe aus der Karibik ankamen) und später die East India Quays. Der heutige Wolkenkratzer Canary Wharf hat seinen Namen von der Tatsache, dass hier früher Obst und Gemüse von den Kanarischen Inseln ausgeladen wurde. Das Museum widmet sich auch ausführlich der unrühmlichen Geschichte der Sklaverei und besitzt eine schummrige Gasse, die an den Hafen zu Victoria’s Zeiten erinnert.

Funde aus Victoria’s Zeiten.

Mein Hauptgrund, diesem Museum einen Besuch abzustatten, war die in diesem Sommer gezeigte Ausstellung „Tunnel“, in der alle archäologischen Funde gezeigt wurden, die bei den Grabungsarbeiten für den neuen Crossrail-Eisenbahntunnel unter London zutage geführt wurden – von römischen Skeletten bis zu viktorianischen Nachttöpfen. Doch das Museum ist auch so unbedingt einen Besuch wert. Am einfachsten zu erreichen ist es über die DLR-Haltestelle West India Quay oder über die U-Bahn-Haltestelle Canary Wharf (Jubilee Line):

Ein Tipp: Samstags kommen, wenn keine tausende furchtbar beschäftigten Banker und ähnliche Businesstypen herumwuseln und sich zwischen den Wolkenkratzern so manche weitere schöne Ecke wie der Cabot Place entdecken lässt.

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Ein Gedanke zu “Museum of London

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